• Klasse: Reptilien (Reptilia)
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
  • Familie: Echte Eidechsen (Lacertidae)
  • Unterfamilie: Lacertinae
  • Gattung: Lacerta
  • Art: Zauneidechse

Zauneidechse (Lacerta agilis)

Beschreibung

Die Gesamtlänge beträgt ca. 15 bis 20 cm. Zauneidechsen erreichen eine durchschnittliche Kopfrumpf-Länge von 7,6 cm (Männchen) und 7,9 cm (Weibchen). Kürzlich geschlüpfte Jungtiere sind ca. halb so groß. Die Breite des Kopfes beträgt im Durchschnitt 0,86 cm (Männchen) bzw. 0,75 cm (Weibchen). Männliche Tiere werden 5 bis 6 Jahre alt, weibliche 4 bis 5.

Die Färbung ist variabel. Völlig grün können alte Männchen werden. Bei der kaukasischen Gruppe kommen zuweilen Tiere ohne charakteristische Rückenmusterung vor. Einige westliche Unterarten haben einen roten Rücken und an der Weser wurden bereits mehrmals rein schwarze Exemplare gesichtet.

Lebensraum und Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet reicht von den Pyrenäen, Alpen und Rhodopen im Süden bis nach Mittelschweden, von England im Westen bis zum Baikalsee und China im Osten. Die Zauneidechse ist Waldsteppenbewohner mit kontinentalen Klimaansprüchen. Sie besitzt eine hohe Toleranz gegenüber Schwankungen von Umweltfaktoren und wird in Mitteleuropa als Kulturfolger angesehen. Im Norden bewohnt sie lediglich Tiefland, bis Höhen von ca. 600 m.

Ihr Habitat sind trockene, sonnige Biotope mit Krautvegetation. Sie leben auf Brachen und Ruderalflächen wie Böschungen und Dämme verschiedener Art oder auf Abgrabungsflächen. Andere Lebensräume sind Raine und sonnige Gehölzränder, extensive genutzte Mähwiesen und Weiden oder Gärten. In allen Habitaten gibt es Möglichkeiten zur Beutejagd, für Verstecke, Nachtquartiere, Eiablageplätze und Winterquartiere.

Nahrung

Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Arthropoden (Gliederfüßer) und Weichtieren, welche die Zauneidechse optisch und akustisch wahrzunehmen in der Lage ist.

Feinde

Alle fleischfressenden mittelgroßen Säuger wie Wildschweine, Reiher, Möwen, Greifvögel, Würger oder Ringelnatter.

Fortpflanzung

Nach der ersten Häutung (ca. Ende April in Mitteleuropa) beginnt die Paarungszeit. Die Eier legt die Zauneidechse meist im Mai oder Juni ab. Bei 21 bis 24 °C Umgebungstemperatur schlüpfen die Jungtiere nach zwei Monaten. Sie sind dann etwa 50 bis 60 Millimeter lang und müssen sich auch vor ihren eigenen Eltern in Acht nehmen, um nicht gefressen zu werden.

Verhalten

Gefährdet ist die Zauneidechse vor allem durch Eingriffe des Menschen wie z.B. Pestizidanwendung an Straßen- und Wegrändern und Intensivierung der Landwirtschaft. Ebenso gefährdend für die Art ist die Aufforstung von Heideflächen und Halbtrockenrasen.

Zum Schutz der Zauneidechse sollte die Verbuschung und Bewaldung verhindert werden. Das Anlegen von Randbiotopen von mehr als 3 Metern Länge garantiert der Art Lebensräume und Vernetzungselemente in der intensiv genutzten Flur. Habitate können mit Totholzhaufen, Baumstubben oder Steinen aufgewertet werden. In mehrjährigem Abstand sollten Entbuschungsmaßnahmen durchgeführt werden.