• Ordnung: Greifvögel (Falconiformes)
  • Familie: Falkenartige (Falconidae)
  • Unterordnung: Eigentliche Falken (Falconinae)
  • Gattung: Falken (Falco)
  • Art: Wanderfalke

Wanderfalke (Falco peregrinus)

Steckbrief

Größe: etwa bussardgroß

Aussehen: graubraune - schiefergraue Färbung

Stimme: ansteigendes Lahnen "gääik-gääik..."

Vorkommen: weltweit verbreitet

Volkstümliche Namen

Der Name kommt von der herumstreichenden Lebensart der Jungvögel und seiner weiten Verbreitung. Zu den bekanntesten weiteren Bezeichnungen zählen Blei-, Stockfalke bzw. Blaufuß.

Ruf des Wanderfalken - hier abspielen! (www.tierstimmen.de)

Beschreibung

Die Weibchen sind knapp bussardgroß und die Männchen ein Drittel kleiner.  Altvögel sind graubraun bis schiefergrau gefärbt mit einer hellen Unterseite. Der Kopf ist mit charakteristischen "Bartstreifen" gefärbt. Die Jungvögel sind dunkler und bräunlicher, ihre  Bartstreifen sind weniger deutlich abgesetzt, die Brust ist deutlich getropft, nicht quer gebändert.

Bestand

Noch 1950 war der Wanderfalke mit an die 900 Brutpaaren in ganz Deutschland verbreitet. Bis Anfang der 1980erJahre änderte sich dies dramatisch: Der Wanderfalkenbestand in Deutschland schmolz auf nur noch etwa 60 Brutpaare in Bayern und Baden-Württemberg zusammen. Große Teile Deutschlands verwaisten, die ehemals starke Baumbrüterpopulation in Nord- und Ostdeutschland erlosch ganz. Auch die wenigen überlebenden Paare im Süden der Republik hatten nur noch selten Bruterfolg - das Aus für den Wanderfalken schien unmittelbar bevorzustehen.

Lebensraum

Der Wanderfalke ist in mehreren Unterarten weltweit verbreitet,  ausgenommen sind die Polargebiete und Wüstenregionen. In Mitteleuropa sind sie Stand- und Strichvögel, nur die Jungvögel ziehen im ersten Winter umher, um neue Reviere zu finden.


In vielen Teilen der Welt, vor allem in Europa und Nordamerika, haben Wanderfalken in den letzten Jahrzehnten auch große Gebäude in Städten und Industrieanlagen als „Kunstfelsen“ besiedelt. Außerhalb der Brutzeit und im Winterquartier sind Wanderfalken auch in vogelreichen Lebensräumen aller Art anzutreffen, z. B. auch an Küsten und in großen Feuchtgebieten.

Gefährdung

Für den rasanten Niedergang der Wanderfalkenbestände bis in die 1980er Jahre gab es vor allem zwei Gründe: Die "Pesticide Story". Mit diesem Begriff charakterisiert die englischsprachige Literatur einen der Hauptgründe für den weltweiten Niedergang der Wanderfalkenbestände: Der Wanderfalke zählt als Vogeljäger zu den Spitzengliedern der Nahrungsketten. Dies führt zur Anreicherung von Umweltgiften über die Nahrungskette in Körper, Gelegen und Nachwuchs des Wanderfalken. Ab Mitte des 20. Jahrhunderts hatte die daraus resultierende Belastung mit hochgiftigen Pesticiden wie DDT und Lindan eine geringere Fruchtbarkeit der Altvögel zur Folge, dünnschalige Eier, erhöhte Embryonalsterblichkeit und die Zunahme nicht lebensfähiger Jungvögel...

Fortpflanzung

Geschlechtsreif sind die Wanderfalken frühestens im zweiten, meist erst im dritten Lebensjahr; pro Jahr gibt es eine Brut.