• Ordnung: Eulen (Strigiformes)
  • Familie: Eigentliche Eulen (Strigidae)
  • Gattung: Uhus (Bubo)
  • Art: Uhu

Uhu (Bubo bubo)

Steckbrief

Größe: größte einheimische Eule

Aussehen: Massiger Körper, breiter Kopf, Federohren, orangegelbe große Augen

Stimme: Männchen dumpf "uu-hu", Weibchen hart bellend "kjähw" oder "rääw"

Vorkommen: Lebensraum sehr variabel

Volkstümliche Namen

Die allermeisten Bezeichnungen des Uhu gehen auf die unheimlichen Rufe zurück, die er des Nachts von sich hören lässt. In älteren Sprachperioden sind die Lautformen 'Huhu' und 'Schuhu' vorzufinden.

Ruf des Uhus - hier abspielen! (www.tierstimmen.de)

Beschreibung

Der Uhu ist die größte Eule Europas, das Weibchen ist beinahe Steinadler-groß! Der Uhu hat einen massigen Körper, einen breiten Kopf mit charakteristischen Federohren und großen, orangegelben Augen. Die Färbung ist oberseits rostbraun mit dunkler Fleckung und Bänderung, bauchseitig etwas heller rostfarben mit dunkleren Längsflecken und feiner Querzeichnung. Singende Männchen exponieren den weißen Kehlfleck.

Bestand

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war er in großen Teilen Deutschlands ausgerottet. Die Restvorkommen bestanden aus etwa 70 Paaren in den bayerischen Alpen sowie in Nordbayern, Thüringen und Sachsen. Ab den 1970er Jahren entwickelte sich eine zügige Bestandserholung und Wiederbesiedlung des verwaisten Brutareals. Der aktuelle Bestand in Deutschland beträgt ca. 1200 Paare, davon etwa 250 - 300 in Bayern.

Lebensraum und Verbreitung

Der Lebensraum des Uhus ist sehr variabel; von mediterranen Strauchgesellschaften (Macchien) über Wald- und Grassteppen, bis zu borealen Nadelwäldern.  Er bevorzugt in Mitteleuropa möglichst reich gegliederte Landschaften mit Felsen, Wäldern, Freiflächen und Gewässern. Sie brüten meist in Felswänden oder moderat bewachsenen Steilhängen, als Sekundärhabitat aber auch gerne in Steinbrüchen. Fehlen geeignete Felsen, werden verlassene Greifvogelhorste oder zur Not auch Mulden am Boden angenommen. Sehr störungsempfindlich!


In etwa 20 Unterarten ist der Uhu in großen Teilen Europas und Asiens verbreitet, ostwärts bis Sibirien und Sachalin, südöstlich bis Arabien, Indien und Südchina. In Europa ist er in Nordwestfrankreich, den britischen Inseln, auf Island sowie auf den meisten Mittelmeerinseln nicht verbreitet.

Nahrung

Ihre Hauptbeute sind Säugetiere bis Hasengröße sowie kleinere und mittelgroße Vögel. Gelegentlich werden aber auch Fische, Amphibien oder Reptilien erbeutet.

Gefährdung

Der Uhu gilt als „gefährdet" (Kategorie 3 der Roten Liste). Sorgen bereitet vor allem der aktuell sehr geringe Bruterfolg der meisten bayerischen Uhus, dessen Ursachen noch unklar sind.

Fortpflanzung

Geschlechtsreif sind Uhus  frühestens im zweiten (bei erfolgreichen Bruten) aber meist erst ab dem dritten Lebensjahr. Paar- und Revierbildung finden schon während der Herbstbalz statt, die eigentliche Balz ist im Februar/ März.Die Brut beginnt ab Ende Februar, meist erst Mitte März. Die Brutdauer beträgt ca. 34 Tage. Die Nestlingszeit beträgt je nach Brutplatz 3 1/2 (Bodenbrut) bis 10 (exponierte Felsnischen) Wochen. Anschließend gibt es eine zwei- bis dreimonatige Führungszeit, in der die Jungvögel die komplexen Jagdtechniken erlernen. Die Auflösung des Familienverbands erfolgt frühestens ab August.