• Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
  • Familie: Segler (Apodidae)
  • Gattung: Apus Apus
  • Art: Mauersegler

Mauersegler (Apus apus)

Steckbrief

Größe: etwas größer als Schwalben

Aussehen: lange, sichelförmige Flügel; kurzer, gegabelter Schwanz; außer der weißen Kehle schwarzes Federkleid

Stimme: schrille, gezogene, hohe Rufe "sriiihrr"

Vorkommen: typischer Kulturfolger, brütet an hohen Gebäuden unter Dachpfannen oder in Mauerlöchern

Volkstümliche Namen

Die Mauersegler, die nur ein geübtes Auge im Flug von den Schwalben unterscheidet, werden auch oft als 'Schwalben' bezeichnet. Da sich der Vogel auf Türmen und anderen hohen Gebäuden aufhält wird dieser auch 'Turmschwalbe' genannt.

Ruf des Mauerseglers - hier abspielen! (www.tierstimmen.de)

Beschreibung

Mit einer Flügelspannweite von über 40 Zentimetern sind Mauersegler erheblich größer als unsere heimischen Schwalben. Sie haben lange, sichelförmige Flügel und einen kurzen, gegabelten Schwanz. Bis auf die grauweiße Kehle ist das gesamte Gefieder bräunlich - bis rußschwarz, wobei Weibchen und Männchen gleich gefärbt sind. Jungvögel sind an der weiß geschuppten Stirn und dem größeren Kehlfleck zu erkennen. Der Schnabel und die Füße sind schwärzlich, die Iris ist tiefbraun.

Nahrung

Mauersegler fressen ausschließlich in der Luft schwebende Insekten und Spinnen, die sie gezielt anfliegen und fangen. Dabei wird der Schnabel erst beim Zugreifen geöffnet. Sie jagen meist in großer Höhe von bis zu 3.000 Metern über der Erde. Die Flughöhe schwankt mit dem Nahrungsangebot. Bei schlechtem Wetter fliegen sie auch flach über dem Grund. In Europa sind als Nahrungstiere u. a. Blattläuse, Käfer, Fliegen und Hautflügler wie Bienen, Wespen oder Ameisen nachgewiesen worden, in Afrika auch schwärmende Termiten. Mauersegler trinken im schnellen, geraden Gleitflug direkt aus Gewässern aller Art.

Lebensraum / Verbreitung

(Karte: Rödl et al. (2012): Atlas der Brutvögel in Bayern. Verlag Eugen Ulmer)

Der Mauersegler war ursprünglich ein Fels- und Baumbrüter. Heute ist er hauptsächlich ein Bewohner menschlicher Siedlungen, wo er in Einzelhöfen, Dörfern und vor allem in Städten mit hohen Gebäuden, wie Wohnblocks, Türmen und Fabriken, vorkommt. Das Verbreitungsgebiet des Mauerseglers erstreckt sich von Nordafrika und Europa bis in den nordöstlichen Teil der Mongolei. Die nördlichsten Brutvorkommen sind in Skandinavien nördlich des Polarkreises beim 70. Breitengrad. Die Brutplätze liegen vorwiegend unter 1.000 Metern Höhe. Die höchsten Brutplätze wurden in den Alpen auf 2.260 Metern festgestellt. Vom Iran bis China kommt die im Freiland kaum zu unterscheidende Unterart Apus apus pekinensis vor.

Bestand

Der europäische Bestand des Mauerseglers wird auf 3,9 bis 4,8 Millionen Brutpaare geschätzt, davon 450.000 bis 900.000 in Deutschland. Als Koloniebrüter kann der Mauersegler lokal hohe Siedlungsdichten erreichen. Je nach Struktur der Bebauung (Plattenbauten, Einzelhöfe, u.a.) gibt es aber erhebliche Unterschiede. Beispiele aus ornithologischen Bestandsermittlungen in Hamburg verdeutlichen dies (Brutpaare (BP) / 10 ha): Innenstadt: 4,2, Blockbebauung: 3,3, Villenviertel 0,9. Bezogen auf ganz Hamburg sind es aber nur 0,7 Brutpaare/10 ha.


Der Baumbrüterbestand westlich der Elbe ist etwa um die Jahrhundertwende (19./20.Jh.) verschwunden. Langfristige, erhebliche Bestandsveränderungen der Gesamtpopulation sind jedoch aus Mitteleuropa bisher nicht bekannt. Drastische lokale Einbrüche, meist auf Grund von Brutplatzverlusten, kommen dagegen häufig vor.

Gefährdung

Verlust der Nistmöglichkeiten an Gebäuden aufgrund baulicher Veränderungen, wie Renovierung oder Neubau ohne Nischen und Spalten. Vernichtung von Alt- und Totholz durch moderne Forstwirtschaft, worunter kleine, baumbrütende Populationen zu leiden haben. Sinkendes Nahrungsangebot durch sterile Ziergärten im städtischen Raum.