• Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
  • Unterordnung: Singvögel (Passeri)
  • Familie: Kleiber (Sittidae)
  • Gattung: Sitta
  • Art: Kleiber

Kleiber (Sitta europaea)

Volkstümliche Namen

Der Name Kleiber kommt von kleben (siehe "Wissenswertes"). Oft wird er auch Spechtmeise genannt, obwohl er weder mit Spechten noch mit Meisen direkt verwandt ist. Volkstümlich wird der Vogel auch als Sautreiber, Schofickl oder Saulocker bezeichnet.

Ruf des Kleibers - hier abspielen! (www.tierstimmen.de)

Beschreibung

Als einziger Vogel kann der Kleiber kopfüber den Stamm herunterlaufen. In dieser Haltung kann er sehr gut die Nahrung erreichen, die hinter nach oben abstehender Rinde versteckt ist. Damit hat er für sich exklusiv eine ökologische Nahrungsnische belegt. Der 12 bis 15 Zentimeter große farbenfrohe Vogel hat eine kompakte Gestalt mit einem relativ großen Kopf, einem langen spitzen Schnabel und kurzem, geraden Schwanz. An der Oberseite ziert ihn ein blaues Gefieder, die Vorderstirn kann gelegentlich weißlich gefärbt sein. Die Unterseite ist ocker-beigebraun und beim Männchen sind die Flanken kräftig kastanienbraun. Ein langer schwarzer Augenstreif grenzt den blaugrauen Kopf vom weißlichen Hals ab. Kleiber wiegen zwischen 20 und 25 Gramm.

Stimme

Nur die Männchen singen. Mit der lauten Pfeifstrophe „wi, wi, wi“ grenzt der Kleiber von Ende Dezember bis zum Frühjahr sein Revier ab. Der Gesang des Männchens besteht aus einer Reihe von wenigen Pfeiflauten, von denen jeder in der Tonhöhe gleichmäßig sinkt („Abwärtspfeifen“). Daneben gibt es noch eine Trillerstrophe. Ein gedämpftes „sit“ dient als Verbindungslaut der Partner bei der Nahrungssuche. Mit Brutbeginn wird der Kleiber sehr still. Erst nach dem Ausfliegen der Jungvögel sind wieder verschiedene Laute zu hören.Nahrung: Kleiber ernähren sich von Insekten, Spinnen und Baumsamen wie Bucheckern und Haselnüssen. Diese werden durch kräftiges Hämmern mit dem Schnabel geöffnet, so dass es sich manchmal so anhört, als ob ein Specht in der Nähe ist. Die Jungvögel werden häufig mit Raupen gefüttert.

Nahrung

Der Kleiber benötigt sowohl pflanzliche als auch tierische Nahrung. Die pflanzliche Nahrung besteht vor allem aus Baumsamen, wobei Bucheckern bevorzugt werden. Er schafft es, Haselnüsse aufzuhacken. Im Hochgebirge sind die Samen der Zirbelkiefer die wichtigste Winternahrung. Früchte wie Vogelkirsche verschmäht der Kleiber, die roten Becherfrüchte der Eibe nimmt er jedoch sehr gerne.

 

Die tierische Nahrung besteht aus Insekten und Spinnen. Sie bilden den Hauptteil der Nestlingsnahrung. Besonders Raupen werden bevorzugt gesammelt und verfüttert.

 

Im Winter wird der Kleiber häufig Stammgast am Futterhaus und pickt sich die Nüsse aus den Futternetzen.

Bruthöhle und Brutzeit

Kleiber bevorzugen hochgelegene Bruthöhlen mit einem engerem Fluglochdurchmesser. Ist das Flugloch zu groß, so dass der Kleiber fürchten muss, größere Vögel oder Säugetiere könnten eindringen, verengt er den Eingang soweit bis er gerade noch durchpasst. Dazu werden Erdklümpchen mit kurzem Druck an die Unterlage geklebt und mit der Schnabelspitze durch Klopfen befestigt. Der Kleiber beginnt meist schon im März mit dem Nestbau. Meistens bauen die Weibchen das Nest. Das Kleiber-Weibchen legt in tieferen Lagen Mitteleuropas in der zweiten Aprilhälfte sechs bis sieben Eier. Die Jungvögel fliegen Anfang Juni aus. In der Regel siedeln sie sich dann innerhalb eines Radius von wenigen Kilometern in der Nähe der Altvögel an.

Verbreitung

Der Kleiber ist ein bekannter Vogel, der in unseren Wäldern weit verbreitet ist. In Deutschland fehlt der Kleiber auf den weitgehend baumlosen Nordseeinseln. Das Verbreitungsgebiet des Kleibers erstreckt sich von Europa über den Waldgürtel Asiens bis an die Pazifikküste einschließlich der ostasiatischen Inselgruppen. Er lebt auch in Marokko, Kleinasien, im Iran und im Kaukasusgebiet.

Lebensraum

(Karte: Rödl et al. (2012): Atlas der Brutvögel in Bayern. Verlag Eugen Ulmer)

Der Kleiber bewohnt in erster Linie Laub- und Laubmischwälder mit höhlenreichen Altbäumen. Oft genügt schon ein kleiner Altholzbestand, der einen ausreichenden Vorrat an geeigneten Samen für die Ernährung im Winter bietet. Der Kleiber besiedelt aber auch Baumhecken, Alleen, Parkanlagen und große Gärten.

Bestand und Siedlungsdichte

Nach Experten-Schätzungen gibt es in Deutschland zwischen 600 000 und 1,4 Millionen Brutpaare. Größere Schwankungen im Bestand sind auf die Nahrungsgrundlage zurückzuführen. Wenn die Buchen besonders viele Bucheckern produzieren, überleben mehr Kleiber den Winter als in Zeiten, in denen das Futter knapp wird.