• Ordnung: Accipitriformes (Greifvögel)
  • Familie: Accipitridae (Habichtverwandte/-artige)
  • Gattung: Accipiter (Habichte)
  • Art: gentilis (Habicht)

Habicht (Accipiter gentilis)

Volkstümliche Namen

Stoßvogel, Stoßfalk, Hühnerräuber, Hühnerfresser, Hühnerstößer, Hühnerhabicht, Hühnergeier, Hennenhacht, geflügelter Teufel

Kennzeichen

  • Breite, relativ kurze, abgerundete Flügel ; langer Schwanz
  • Unterseite: hell mit schmalen, schwarzen Querstreifen gebändert oder "gesperbert"
  • Heller Überaugenstreif und gelb (Jungvogel) bis dunkelorange/rubinrot (Altvogel) gefärbte Iris
  • Jungvögel:

    • graubraunes Gefieder
    • Unterseite nicht gesperbert, sondern zeigt Tropfenmuster
    • Oberseite: bräunlich, Großteil der Federn besitzt hellbeige Ränder
    • Kopf ist noch recht kontrastarm; undeutlicher, heller Überaugenstreifen
    • Flügel und Schwanz sind kontrastreich und grob dunkel gebändert

  • Altvögel:

    • Diese Bänderung ist nur noch diffus vorhanden
    • Oberseite: einfarbig blaugrau (Männchen) bzw. braungrau (Weibchen)
    • Unterseite: weiß, schmal und eng quer gebändert

Ruf des Habichts - Hier abspielen! (www.tierstimmen.de)

Lebensraum

Vielfach versteckt lebender Brutvogel, vorwiegend in Nadelwäldern und an Waldrändern, zunehmend aber auch in Großstädten wie z.B. Berlin zu finden.

Jagd

Oft aus verstecktem Ansitz, manchmal aus niedrigem Suchflug, nur selten im Sturzflug. Versucht dabei möglichst in Deckung zu bleiben und mit Überraschungsangriffen zu punkten. Kann blitzschnell auf seine Maximalgeschwindigkeit beschleunigen, die er allerdings nicht lange durchhält.

Fortpflanzung

Paarungszeit der Habichte ist im Spätwinter. Hat sich ein Habichtpaar gefunden, baut es seinen Horst in der Astgabel eines hohen Baums. Von Mitte März bis April legt das Weibchen drei bis vier Eier aus denen nach etwa 27 bis 39 Tagen die Jungvögel schlüpfen. Mit 40 bis 45 Tagen sind die jungen Habichte flugfähig, halten sich jedoch zunächst in Horstnähe auf, bis sie im Alter von zwei bis drei Monaten das Revier ihrer Eltern verlassen. Habichtpartner bleiben ein Leben lang zusammen, sind sehr reviertreu und werden nur außerhalb der Brutzeit wieder zu Einzelgängern.

Nahrung

Der Habicht frisst, was ihn seinem Revier zahlreich vorkommt. Dabei bevorzugt er jedoch vor allem lebendige Beute und greift nur bei knappem Angebot auf Aas zurück. Hauptnahrung stellen dabei meist mittelgroße Vögel von Staren- bis Krähengröße dar. Typisch sind dabei Straßen- und Ringeltauben sowie Krähen, Elstern, Eichelhäher und andere Rabenvögel. Allgemein müssen jedes Mal Verfügbarkeit, "Portionsgröße" mit der Verletzungsgefahr abgewogen werden, weshalb Greifvögel gerne auch auf kranke, geschwächte oder unerfahrene Tiere zielen. Dies gibt dem Habicht eine wichtige Rolle im Rahmen der natürlichen Auslese.

Nest

Wird aus Zweigen möglichst hoch in dichten Bäumen gebaut.

Größe

Wie bei den meisten Greifvögeln sind weibliche Tiere deutlich größer und schwerer:

  • Männchen: Länge ca. 50 cm, Flügelspannweite ca. 100 cm, Gewicht im Mittel ca. 720g 
  • Weibchen: Länge ca. 60 cm, Flügelspannweite ca. 115 cm, Gewicht im Mittel ca. 1130g

Rufe

Außerhalb der Brutzeit sind Habichte kaum zu hören.

Verhalten

Tagaktiv, Nahrung wird am Boden unter schützender Vegetation verspeist.

Gefährdung

Der Habicht ist neben dem Mäusebussard der am meisten verfolgte Greifvogel, mit nach wie vor steigender Tendenz. Nur in Bayern steht der Habicht momentan als gefährdet auf der Roten Liste.

Verbreitung

(Karte: Rödl et al. (2012): Atlas der Brutvögel in Bayern. Verlag Eugen Ulmer)

Verbreitungsgebiet der Habichte erstreckt sich von Europa durch das nördliche Asien bis nach Nordamerika. Der europäische Bestand wird auf 185.000 Brutpaare geschätzt. Etwa. 7-8% des gesamteuropäischen leben bei uns, was geschätzt 11.500-16.500 Brutpaare sind.