• Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes)
  • Familie: Regenpfeifer (Charadriidae)
  • Gattung: Charadrius
  • Art: Flussregenpfeifer

Flussregenpfeifer (Charadrius dubius)

Volkstümliche Namen

Sandläufer, Seelerche, Fluppi

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Kennzeichen

14-16cm groß und 30-40g schwer. Der langgezogene, rundliche Körper mit kurzem, schlankem Schnabel steht auf mittellangen Beinen, auf denen der Vogel wie auf Rädern schnell über offene Flächen läuft. Oberseite sandbraun, Unterseite weiß. Altvögel mit schwarzer Zeichnung von Zügel, Ohrdecken und „Diadem“, Scheitel braun, Stirn, Kehle und um den Nacken reichendes Halsband weiß. Über die Brust zieht sich ein schwarzes Band, das Auge ist von einem gelb leuchtenden Lidring umgeben. Schnabel dunkel, Beine gelblichbraun. Weibchen etwas blasser als Männchen. Jungvögel ohne schwarze Abzeichen am bräunlichen Kopf, Brustband auf braune Seitenflecken reduziert. Oberseite im Flug recht einfarbig braun, Flügel schmal. Ruft flötend und etwas melancholisch „tíu“, auf der ersten Silbe betont, manchmal gereiht.

Verbreitung

(Karte: Rödl et al. (2012): Atlas der Brutvögel in Bayern. Verlag Eugen Ulmer)

Brütet in weiten Teilen der Paläarktis von Westeuropa bis Ostasien, nordwärts bis zum 64. Breitengrad, stellenweise bis zum Polarkreis, südlich bis Nordafrika, Indien und Indonesien und östlich bis zu den japanischen Inseln. Verbreitung in Europa mangels geeigneter Lebensräume teilweise lückenhaft. Meist in Flussniederungen, selten oberhalb 600m ü. NN. Zugvogel, europäische Populationen überwintern überwiegend in Afrika zwischen Sahara und Äquator.

Lebensraum

Ursprünglich Kiesufer und Schotterinseln von Flüssen, heute fast nur noch „Ersatzlebensräume“. Brütet im Binnenland auf meist vom Menschen geschaffenen, vegetationsfreien oder kaum bewachsenen Rohböden und Kiesflächen in Wassernähe. Bevorzugt Kies- und Sandgruben, Rieselfelder, Klärteiche, Überschwemmungsflächen, Großbaustellen.

Bestand

In Bayern ca. 950-1300, in Deutschland ca. 5.500-9.000 Brutpaare

Siedlungsdichte

In optimalen Lebensräumen können Siedlungsdichten von 10-15 Brutpaaren pro 100 Hektar erreicht werden. Durchschnittlich brüten in Deutschland aber weniger als 0,05 Paare pro Quadratkilometer.

Nahrung

Fast ausschließlich bodenbewohnende oder dicht unter der Oberfläche lebende Insekten und deren Larven, viele Spinnen, auch Würmer. Gelegentlich auch Mollusken und kleine Krebstiere.

Brutzeit

April bis Juli, hauptsächlich Mai. Meist eine Jahresbrut, oft Nachgelege, manchmal Zweitbrut.

Nest

Eine in meist kiesigen Untergrund gedrehte, flache Mulde, manchmal mit kleinen Steinchen ausgelegt.

Gelege

Meist 4 kreiselförmige Eier. Auf hell bräunlichem Grund dunkel gefleckt und zwischen Kieselsteinen perfekt getarnt.

Brutdauer

22-28, durchschnittlich 25Tage.

Entwicklungszeit

Küken schlüpfen im Dunengefieder, sind Nestflüchter und können nach 3-4 Wochen fliegen.

Gefährdung

Wasserbauliche Maßnahmen und Eutrophierung der natürlichen Brutplätze. Erhebliche Störungen durch intensiven Freizeitbetrieb an den Brutplätzen (Strände, Kiesbänke an Flüssen, aufgelassenen Kiesgruben etc.). Ansiedlungen sind in der Regel nicht von Dauer, da die Ersatzlebensräume meist nur kurzlebig sind. Bruterfolg durch Störungen und Zertreten der Gelege oft gering. Rote Liste der in Deutschland gefährdeten Brutvogelarten: Kategorie 3 (gefährdet)

Schutzmaßnahmen

Renaturierung und strukturelle Aufwertung von Fließgewässern, Pflege von Ersatzlebensräumen (Sand- und Kiesabbaugebiete), Besucherlenkungsmaßnahmen (z.B. Sperrung von Kiesbänken an Flüssen zur Brutzeit)