• Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
  • Unterordnung: Singvögel (Passeri)
  • Familie: Finken (Fringillidae)
  • Unterfamilie: Stieglitzartige (Carduelinae)
  • Gattung: Zeisige (Carduelis)
  • Art: Erlenzeisig

Erlenzeisig (Carduelis spinus)

Volkstümliche Namen

Unter dem heute allgemein gebrauchten Namen 'Zeisig' wird immer die häufigste Art dieser Vogelgruppe, der Erlenzeisig verstanden. Da der Gesang dem Schnarren eines Strumpfwirkerstuhles ähnlich ist, wurde der Vogel auch 'Strumpfwirker' genannt.

Ruf des Erlenzeisigs - Vogelstimme abspielen! (www.tierstimmen.de)

Bestand in Bayern

10.000– 70.000 Brutpaare

Gefährdung und Schutz

In Jahren mit wenigen Fichtenzapfen nimmt der Bestand der Zeisige ab, erholt sich im nächsten Jahr aber wieder. Insgesamt weiß man über den Zeisig noch viel zu wenig, Beobachtungen bei der Stunde der Wintervögel sind deshalb besonders wichtig. Fördern kann man den Vogel mit Birken, Lärchen und Kiefern in Garten und Grünanlage.

Aussehen

Zeisige sind gelbgrüne Finken mit dunkel längsgestreiften Flanken und auffällig spitzem „Pinzetten“-Schnabel. Die Männchen sind an Oberkopf und Kinn schwarz. Weibchen haben weniger gelbe Federn und wirken insgesamt unauffälliger. Achtung: Nicht mit dem größeren Grünling, der einen dicken Schnabel hat, verwechseln.

Charakteristisches Verhalten

Zeisige hängen oft kopfüber an Zapfen und ziehen mit dem spitzen Schnabel Samen zwischen den einzelnen Schuppen heraus wie mit einer Pinzette.

Sie sind Schönwettersänger: Bei gutem Wetter sangesfreudig, sind sie bei Regen und Kälte meist still.

Vorkommen im Sommer und Winter

(Karte: Rödl et al. (2012): Atlas der Brutvögel in Bayern. Verlag Eugen Ulmer)

In Nadelwäldern, Parkanlagen mit Fichten und auf Lichtungen lebt der Zeisig. Besonders gerne hält er sich in der Nähe von Gewässern auf, da er oft sehr durstig ist.

Er pflegt bis Mai ein Vagabundenleben und zieht in großen Schwärmen in Deutschland umher. Dabei stößt auch manchmal der nordische Birkenzeisig hinzu, der in Deutschland überwintert.

Beobachtungsmöglichkeit

Man entdeckt ihn manchmal in einer Birke oder Fichte voller Zapfen, besser aber im Winter am Futterhaus.

Freunde und Feinde

Zeisige halten zusammen und übermitteln sich gegenseitig Informationen über ertragreiche Nahrungsgebiete. Bei gutem Samenangebot kommt es zu großen Ansammlungen. Manchmal geraten sie im Winter völlig entkräftet einer Katze in die Fänge. Selten werden sie Beute von Sperber und Waldkauz.

Nahrung und Vorlieben

Zeisige mögen am Futterhaus besonders zerbrochene Erdnüsse aus dem Erdnussspender. Im Wald ernähren sie sich von Samen von Fichten, Erlen und Birken. Im Sommer werden Pollen und Nektar von Weiden bevorzugt, aber auch kleine Insekten wie Raupen oder Blattläuse.

Höchstalter

Zeisige werden – wenn sie die ersten Lebensjahre überstehen - bis zu 11,5 Jahre alt, in Gefangenschaft sogar zwischen15 und 25 Jahre.

Typischer Gesang:

„Di- di- didl- didl- dä“ wird volkstümlich mit „Ziegenfleisch ist zäh“ übersetzt.