• Ordnung: Spechtvögel (Piciformes)
  • Unterordnung:
  • Familie: Spechte (Picidae)
  • Gattung: Picoides
  • Art: Picoides tridactylus

Dreizehenspecht (Picoides tridactylus)

Volkstümliche Namen

Wie sein Name vermuten lässt, hat der Dreizehenspecht tatsächlich nur drei Zehen - zwei sind nach vorn, eine ist nach hinten gerichtet. Der Vogel wird auch als 'Dreizehiger Baumpicker' bezeichnet.

Ruf des Dreizehenspechts - Hier abspielen! (www.tierstimmen.de)

Kennzeichen

Das Gefieder des 21 bis 22 cm großen Dreizehenspechts ist dunkel und ohne rot gefärbte Bereiche (Im Gegensatz zum ähnlich erscheinenden Weißrückenspecht). Der Bauch ist schwarz-weiß gesperbert („Sperberartige Zeichnung“); ebenso weisen die Hand- und Steuerschwingen ein schwarz-weißes Bändermuster auf. Die Deckfedern der Flügel sind schwarz gefärbt.

Das Männchen unterscheidet sich in seiner Größe nicht vom Weibchen, zeigt jedoch einen gelben bis orangen Scheitel, welcher beim Weibchen schlicht matt schwarzgrau gefärbt ist.

Ihre Rufe sind unauffällig und ähneln denen des Buntspechts, sind jedoch leiser als die des zuletzt genannten.

Vorkommen

(Karte: Rödl et al. (2012): Atlas der Brutvögel in Bayern. Verlag Eugen Ulmer)

Das Verbreitungsgebiet des Dreizehenspechts erstreckt sich von Skandinavien über Polen und Russland bis nach Japan und Kamtschatka. Als Eiszeitrelikt bewohnt er montane und alpine Lagen in Mittel- und Südosteuropa, wobei er Fichtenwälder mit hohem Totholzanteil bevorzugt.

Nahrung

Die Hauptnahrungsquelle des Dreizehenspechts stellen Insekten und ihre Larven und Puppen dar, welche er unter Zuhilfenahme seines Schnabels aus der Rinde geschädigter oder toter Bäume hackt. Der Speiseplan kann durch Baumsäfte und pflanzliche Nahrung ergänzt werden.

Fortpflanzung

Zwischen Mai und Juli legt das Weibchen 3 bis 5 Eier in eine vom Männchen geschaffene Baumhöhle. Während der monogamen Brutsaisonsehe entfällt die Brut- und Fütterungsarbeit auf Männchen und Weibchen. Nach 12 bis 14 Tagen Brut und weiteren 22 bis 23 Tagen Nestlingszeit, verlassen die Jungvögel zum ersten Mal die Höhle, bleiben aber über einen Monat weiterhin bei den Eltern, um sich von diesen sporadisch Füttern zu lassen. Auch außerhalb der Brutsaison besteht ein loser Zusammenhalt des Brutpaares. Wiederverpaarungen wurden ebenfalls beobachtet.

Bedrohung

Sowohl die monotone Altersstruktur von forstwirtschaftlich genutzten Fichtenwäldern, als auch forsthygienische Maßnahmen nach Borkenbefall und die „Säuberung“ der Wälder, machen dem Specht zu schaffen, da somit Totholz und beschädigte Bäume fehlen. Letzteres benötigt seine Beute, und damit auch er selbst, jedoch als Nahrungsgrundlage.

Verhalten

Der Dreizehenspecht ist wenig scheu, verbirgt sich aber bisweilen auf der Rückseite des Stammes um Blicken zu entgehen. Der Dreizehenspecht hält sich vorzugsweise an senkrechten (nicht liegenden) Baumstämmen auf. Bewegt er sich doch am Boden oder auf liegenden Bäumen so hüpft er beidbeinig. Sein Flug ist ein kräftiger Bogenflug.