Dohle
  • Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
  • Familie: Rabenvögel (Corvidae)
  • Untergattung: Singvögel (Passeri)
  • Gattung: Raben und Krähen (Corvus)
  • Art: Dohle

Dohle (Corvus monedula)

Steckbrief

Größe: taubengroß

Aussehen: schwarz schimmernd, hellblaue bis weiße Augen

Stimme: kurz metallisch "kja", Ruf varriert

Vorkommen: Städte und Dörfer, Parkanlagen

 

Volkstümliche Namen

Der Vogelname stammt aus dem althochdeutschen Dohlenname "taha" ab. Wahrscheinlich war der alte Name eine lautnachahmende Bildung. So wurde in den verschiedenen Gegenden der hell klingende kurze Lockruf der Dohle zwar etwas verschieden aufgefasst, doch erkennt man in den nachgebildeten Namen die charakteristischen Töne "kjä" und "jack" in annähernd übereinstimmender Weise. Im 16. Jahrhundert wurde in Nürnberg der Vogel mit dem Wort 'Tahe' bezeichnet.

Ruf der Dohle - Vogelstimme abspielen! (www.tierstimmen.de)

Gefährdung

Bestandsabnahme erfolgt an natürlichen Nistplätzen und vor allem durch die Intensivierung der Landwirtschaft und der Verlust von Brutplätzen.

Beschreibung

Auf den ersten Blick ist die etwa taubengroße Dohle schwarz. Doch reflektieren ihre Federn das Licht in schillernden Farben. Hinterkopf, Nacken und Ohrdecken sind silbergrau. Durch den kurzen Schnabel und Schwanz wirkt die Dohle klein und kompakt. Stechend: Die hellblauen bis weißen Augen. Das Federkleid der Jungvögel ist leicht bräunlich.

Lebensraum / Verbreitung

(Karte: Rödl et al. (2012): Atlas der Brutvögel in Bayern. Verlag Eugen Ulmer)

Die meisten Dohlen leben in Städten und Dörfern. Dort nisten die Höhlenbrüter gern in Gebäudenischen und Mauerlöchern, Kirchtürmen, Dachstühlen und Schornsteinen. Einige Tiere nutzen auch alte Schwarzspecht-Höhlen in Bäumen oder Nischen in Felswänden und Steinbrüchen.


Das Vorkommen der Dohle erstreckt sich vom Nordwesten Afrikas über beinahe ganz Europa, den Iran, den Nordwesten Indiens bis nach Sibirien. Sie ist ein Brutvogel in der borealen, gemäßigten, mediterranen, Steppen- und Wüstenzone der West- und Zentralpaläarktis. Die Verbreitung ist teils lückenhaft. Sie bewohnt bewaldete Steppen, Wald- und Grasland, Kulturlandschaften, Ruinen, Schluchten, Küstenklippen, Dörfer und Städte.
Unsere bayerischen Dohlen sind meist Standvögel. Im Winter kommen jedoch auch Dohlen aus Nord- und Osteuropa zu uns. Jungvögel ziehen manchmal jedoch bis nach Südfrankreich.


Die Dohle ist in Bayern nur lückig verbreitet. Zwischen 1975 und 1999 gab es kaum Bestandsveränderungen, in den letzten 10 Jahren gibt es aber regionale Abnahmen. Damit steht die Dohle in Bayern jetzt auf der Vorwarnliste in Bayern. In Teilen Frankens und Ostbayerns ist sie sogar gefährdet. Der Grund: Nach Gebäudesanierungen und bei Neubauten fehlen die Brutnischen. Auch die Taubenabwehr und Störungen an Kletterfelsen verringern die nutzbaren Brutplätze. Ein wichtiger Grund ist die Intensivierung der Forstwirtschaft, da in Bayern ca. 1/3 der Dohlen in Wäldern vorkommt. Außerdem herrscht Nahrungsmangel in der intensiv genutzten Agrarlandschaft, Abschüsse dezimieren lokal die Bestände.

Fortpflanzung

Ab dem ersten Lebensjahr „verlobt“ sich das Dohlenpaar. Ab dann sind sie sich ihr Leben lang treu, verteidigen ihre Brutnische gegen andere, kraulen sich und füttern sich mit Leckerbissen.