Auerhuhn (F: Fünfstück)
  • Ordnung: Hühnervögel (Galliformes)
  • Familie: Fasanenartige (Phasianidae)
  • Unterfamilie: Raufußhühner (Tetraoninae)
  • Gattung: Tetrao
  • Art: Auerhuhn

Auerhuhn (Tetrao urogallus)

Volkstümliche Namen

Der Name des Auerwilds ist in althochdeutschen Glossen seit dem 11. Jahrhundert bezeugt, doch wird in Deutschland stets von dem 'Auerhahn' und nicht vom 'Auerhuhn' gesprochen. Das Sprichwort "Taub wie der Auerhahn in der Balz" rührt daher, dass der Auerhahn zur Zeit der Balz für kurze Momente ausschließlich seinen Trieben zu folgen scheint und für seine Umgebung und ihm drohende Gefahren keine Augen hat.

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Kennzeichen

Der auffallend größere Auerhahn – Gewicht ca. 4–5 kg, Größe 1 m, Flügelspannweite 90 cm – ist dunkelgrau bis dunkelbraun gefärbt mit einem grünlich metallisch glänzenden Brustschild. Die Auerhenne ist mit einem Gewicht von ca. 2,5 kg bzw. einer Größe von 60 cm und einer Flügelspannweite von ca. 70 cm deutlich kleiner als der Hahn. Ihr Gefieder ist oberseits braun gefärbt mit schwarzen und silbernen Querbändern, unterseits etwas heller, gelblicher.

Vorkommen

Das Auerhuhn ist an seinen ursprünglichen Lebensraum – nadelbaumreiche, lichte, stufige Wälder mit reicher Bodenvegetation (v.a. Heidelbeere als bevorzugte Nahrung), seines Sicherheitsbedürfnisses und seines Flugverhaltens hervorragend angepasst. Auerhühner haben Schwierigkeiten in anderen Waldaufbauformen zu überleben. Somit sind die Bestände auf wenige ungestörte Inselvorkommen in den bayerischen Alpen beschränkt.

Nahrung

Im Sommerhalbjahr ernährt es sich das Auerhuhn fast ausschließlich von Heidelbeerblättern und Beeren, daneben auch von Gräsern. Die Küken ernähren sich von Insekten, im Winter  besteht die Nahrung hauptsächlich aus Nadeln und Knospen von Kiefer, Fichte, Tanne und Buche. Zum Aufschließen und Zermahlen ihrer Nahrung nehmen die Auerhühner Magensteinchen auf, nicht selten von Forstwegen.

Fortpflanzung

Das Nest ist eine flache ausgepolsterte Mulde unter Wipfeln, Wurzeltellern oder Ästen.  Bis zu 12 rahmfarbene leicht braungefleckte Eier  werden 3 Wochen ausgebrütet. Die Küken gehen als Nestflüchter gleich nach dem Schlüpfen mit der Mutter auf Insektenjagd. Die Jungvögel werden zwei Wochen von der Henne gehudert (gewärmt).

Bedrohung

Die wichtigsten Ursachen für den derzeit zu beobachtenden Rückgang der Auerhühner sind die Intensivierung der Forstwirtschaft und die Zunahme von Störungen. Die Intensivierung der Forstwirtschaft bedeutet eine Förderung des einschichtigen Altersklassenwaldes mit einer zunehmenden Walderschließung und Wegebau, Fichtenmonokulturen, sehr dichte Waldbestände    mit einem entsprechenden Verlust der bevorzugten Bodenvegetation. Entsprechend gehen insbesondere Heidelbeeren zurück, die für Auerhühner eine wichtige Nahrungspflanze darstellen.

Verhalten

Auerhühner sind scheue Waldbewohner, die empfindlich auf Störungen reagieren. Daher ist es wichtig in Auerhuhngebieten auf den ausgewiesenen Wegen / Routen zu bleiben.